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AfiS-Aktensystem/docs/13-entscheidungen.md
T
HarlekinandClaude Opus 5 dbca57cedf Rollenstruktur und englische Fachbegriffe festgelegt
Der Discord-Server hat drei Sorten Rollen, die Dokumente kannten nur eine:
Zugehörigkeit (AfiS, Personalabteilung) als Türsteher, Rangrollen für die
Rechte, Zugangsrollen für die Freigabestufe. Das bestehende RoleMapping trägt
das fast, es fehlt nur der Türsteher. Die beiden Felder dafür kommen mit
Phase 1, die Struktur ist in docs/13-entscheidungen.md festgehalten.

Die Freigabestufen heißen jetzt wie die Zugangsrollen: Unclassified,
Restricted Access, Confidential Access, Sensitive Access, Critical Operations,
Executive Oversight. Fachbegriffe der Domäne bleiben englisch, auch in einer
deutschen Oberfläche.

Die Bezeichnungen sind damit Daten in ClearanceLevelConfig, nicht mehr
Oberflächentext in lib/i18n/de.ts: sie sind im Adminbereich änderbar, und was
der Leiter ändern kann, gehört nicht in eine Übersetzungsdatei. StampMark
bekommt den Namen hereingereicht.

Vier neue Tests prüfen den Zustand, den der Seed herstellt, gegen die
Datenbank statt gegen eine Konstante im Code.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-01 18:50:07 +02:00

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Getroffene Entscheidungen

Stellen, an denen die Fachdokumente sich widersprechen, lückenhaft sind oder gegen eine Eigenschaft von Postgres laufen. Jede Zeile nennt den Konflikt, die Entscheidung und den Grund. Wo eine Entscheidung fachlich anders ausfallen kann, steht das ausdrücklich dabei.

Struktur

Konflikt Entscheidung
CLAUDE.md und README.md verweisen auf docs/, die Dateien lagen im Wurzelverzeichnis Nach docs/ verschoben
02-architektur.md zeigt app/ und lib/ im Wurzelverzeichnis, TASKS.md Phase 0 verlangt einen pnpm-Workspace mit web/ und worker/ Workspace mit web/, worker/, pdf/ und packages/db/. Die Struktur aus 02-architektur.md gilt innerhalb von web/
Der Worker braucht denselben Prisma-Client wie die Web-App Eigenes Workspace-Paket packages/db (@afis/db), von web und worker benutzt. Migrationen und Seed liegen dort

Datenmodell

Konflikt Entscheidung
CaseParticipant hat den zusammengesetzten Primärschlüssel [caseId, role, userId, personnelFileId], aber userId und personnelFileId sind beide optional. Postgres lässt NULL in einem Primärschlüssel nicht zu Eigener Schlüssel id, Eindeutigkeit über zwei partielle Unique-Indizes plus eine CHECK-Bedingung, dass mindestens eines der beiden Felder gesetzt ist
04-datenmodell.md nennt zugleich CREATE SEQUENCE case_number_2026 und die Tabelle CaseCounter(year, lastNumber) mit SELECT … FOR UPDATE CaseCounter. Eine Sequenz pro Jahr müsste jedes Jahr von Hand angelegt werden, und der Abteilungsleiter ist ausdrücklich nicht technisch
Das rohe SQL benutzt search_vector und updated_at in Schlangenschrift, die Prisma-Modelle Höckerschrift Prisma-Voreinstellung behalten: Tabellen in Höckerschrift-Pascal, Spalten in Höckerschrift. Das SQL quotet entsprechend ("searchVector", "updatedAt")
Kein Modell für Kanäle, obwohl ChatMessage.channelId existiert und 06-chat-und-realtime.md Kanäle mit eigener Mindeststufe verlangt Modell Channel ergänzt, dazu ChatReaction für den festen Reaktionssatz
/api/health soll den Discord-Gateway prüfen, aber die Web-App fragt nie live bei Discord an Modell ServiceHeartbeat. Der Worker schreibt alle 30 Sekunden seinen Zustand, web liest ihn

Der wichtigste Widerspruch

04-datenmodell.md verlangt CREATE RULE entry_version_no_update … DO INSTEAD NOTHING auf CaseEntryVersion. 05-akten-und-vorlagen.md verlangt unter „Umklassifizierung wirkt rückwirkend", dass beim Anheben von minClearance alle bestehenden Versionen den neuen Wert erben. Beides zusammen geht nicht: die Regel würde genau die Nachführung verhindern, die das Leck schließt.

Aufgelöst durch einen Trigger statt einer Regel. CaseEntryVersion bleibt anhängend, aber minClearance darf nachgeführt werden, und nur nach oben. Jede andere Änderung wirft einen Fehler. Das erhält beide Absichten: der Text ist unveränderlich, die Klassifizierung wirkt rückwirkend.

Ein zweiter Trigger schützt CaseEntry.authorId, createdAt, caseId und type auf Datenbankebene, nicht nur in der Anwendung.

Suche

08-suche-und-export.md beschreibt einen search_vector je Akte aus Titel, Abschnitten und Verlaufseinträgen. Ungeklärt bleibt, was mit Inhalten oberhalb der Stufe des Suchenden passiert. Ein gemeinsamer Vektor über alle Abschnitte würde einen Nutzer mit Stufe 1 einen Begriff finden lassen, der nur in einem als [[c4]]…[[/c4]] geschwärzten Bereich steht. Das verstößt gegen harte Regel 6.

Vorläufig aufgenommen wird nur, was jeder lesen darf, der die Akte überhaupt sehen darf: Aktenzeichen und Titel (Gewicht A), Abschnitte und Verlaufseinträge mit minClearance = 0 (B und C), Schwärzungs-Auszeichnungen vorher entfernt. Zurückgezogene Einträge fallen heraus.

Das ist sicher, aber für hohe Stufen zu sparsam: ein Nutzer mit Stufe 5 findet geheime Inhalte nicht über die Volltextsuche. Phase 7 muss das auflösen, sinnvollerweise über getrennte Vektorspalten je Stufe. Diese Entscheidung ist bewusst konservativ getroffen, weil ein Leck hier schwerer zu bemerken ist als eine Lücke.

Rollen auf dem Discord

Die Dokumente kennen genau eine Sorte Rolle: RoleMapping trägt Stufe und Rechte, die Auflösung nimmt das Maximum der Stufen und die Vereinigung der Rechte. Auf dem Server gibt es aber drei Sorten mit verschiedener Bedeutung:

Sorte Beispiele Wirkung
Zugehörigkeit AfiS, Personalabteilung Türsteher. Ohne eine davon kein Login
Rang Director of internal Security … Probationary Agent Bestimmt die Rechte
Zugang Executive Oversight … Restricted Access Bestimmt die Freigabestufe

Das bestehende Modell trägt das fast: Zugangsrollen bekommen eine Stufe und keine Rechte, Rangrollen Rechte und Stufe 0, Maximum und Vereinigung ergeben das Richtige. Was fehlt, ist der Türsteher. RoleMapping bekommt deshalb in Phase 1 zwei Felder:

  • grantsMembership — diese Rolle berechtigt zur Anmeldung
  • category — nur für die Gruppierung im Adminbereich, damit dort drei Abschnitte stehen statt einer Liste aus achtzehn Rollen

Anmeldeprüfung damit: Mitglied der Guild und (eine Rolle mit grantsMembership oder in BOOTSTRAP_ADMIN_IDS). Notfall-Admins umgehen die AfiS-Rolle, müssen aber Mitglied der Guild bleiben — sonst bliebe die Hintertür auch nach einem Rauswurf offen.

Rangrollen bekommen im Auslieferungszustand keine Rechte. Das Rollen-Mapping entsteht vollständig im Adminbereich, nichts wird nach Rollennamen geraten.

Umzug vom Test- auf den echten Server

Entwickelt wird gegen einen Test-Discord mit nachgebauten Rollen. Rollen-IDs sind pro Server eindeutig, beim Umzug ist das gesamte RoleMapping deshalb wertlos. Das ist kein Fehler, sondern eine Anforderung an Phase 1: die Adminseite muss ein neu erkanntes DISCORD_GUILD_ID verkraften und beim Übernehmen anbieten, die alte Zuordnung anhand der Rollennamen vorzuschlagen. RoleMapping.label wird dafür ohnehin aus Discord gespiegelt.

Sprache der Fachbegriffe

CLAUDE.md verlangt eine deutsche Oberfläche. Die Begriffe der Domäne heißen auf dem Discord aber englisch, und genau so werden sie im Rollenspiel gesprochen. Sie bleiben deshalb englisch: Rollennamen, Dienstgrade und die Bezeichnungen der Freigabestufen.

Aus docs/01-produkt.md wird damit Sensitive Access statt Geheim. Die Bezeichnungen sind Daten in ClearanceLevelConfig, nicht Oberflächentexte in lib/i18n/de.ts — sie sind im Adminbereich änderbar, und ein Text, den der Leiter ändern kann, gehört nicht in eine Übersetzungsdatei. lib/i18n/de.ts behält nur das Gerüst („Freigabestufe", „Geschwärzt, ab Stufe 4 sichtbar").

Prisma 7

Die Dokumente nennen nur „Prisma + PostgreSQL 16". Eingesetzt wird Prisma 7, die aktuelle Fassung. Sie unterscheidet sich in drei Punkten, die den Aufbau betreffen:

Änderung Folge hier
Verbindungsdaten stehen nicht mehr im Schema packages/db/prisma.config.ts. Migrationen laufen über DIRECT_DATABASE_URL, also an pgbouncer vorbei
Keine Rust-Query-Engine mehr, stattdessen Treiber-Adapter @prisma/adapter-pg über pg. Der Treiber wird für LISTEN/NOTIFY ohnehin gebraucht, und die Images müssen keine Engine nachladen
Neuer Generator prisma-client statt prisma-client-js Der Client wird als ECMAScript-Module nach packages/db/src/generated erzeugt statt nach node_modules/.prisma. Nötig mit importFileExtension = "js", sonst schreibt er endungslose Importe, die Node im ESM-Modus nicht auflöst

Der erzeugte Client ist ein Bauartefakt und liegt nicht im Repository. pnpm --filter @afis/db run build erzeugt ihn, die CI tut das vor lint, typecheck und test.

Für prisma migrate deploy braucht es weiterhin eine Rust-Schema-Engine. Sie wird beim Bauen des Web-Images heruntergeladen und liegt unter /app/migrator im Image. Beim Containerstart wird nichts nachgeladen: ein Container, der nur startet, wenn gerade eine Registry erreichbar ist, wäre auf einem Homeserver die falsche Bauart.

Betrieb

Konflikt Entscheidung
11-betrieb.md verlangt „Jeder Dienst braucht einen Healthcheck", die abgedruckte compose.yaml hat für db-backup und offsite-backup keinen Ergänzt. db-backup über seinen HTTP-Port 8080, offsite-backup über Cron-Prozess und restic version
Das Startkommando npx prisma migrate deploy würde im Container aus dem Netz nachladen Auf die im Image unter /app/migrator mitgelieferte Prisma-CLI umgestellt, zusammen mit Schema, Migrationsordner und Schema-Engine
pnpm deploy zieht die optionalen Peers von @prisma/client mit ins Image (CLI, Studio, TypeScript, rund 240 MB) --no-optional beim Bündeln. Zur Laufzeit wird nichts davon gebraucht

Protokollierung

09-performance-und-ux.md verlangt eine Puffertabelle für Audit-Einträge, die alle zwei Sekunden gebündelt geschrieben wird, zugleich aber, dass schreibende Aktionen ihren Eintrag in derselben Transaktion erzeugen. Umgesetzt wird beides getrennt: schreibende Aktionen protokollieren synchron in der Transaktion, Lesezugriffe ab Stufe 3 laufen über einen Puffer. Der Puffer liegt im Prozessspeicher, nicht in einer Tabelle — eine Puffertabelle hätte dieselbe Verlustgefahr bei einem Absturz, aber zusätzliche Schreiblast. Kommt in Phase 2.

Vorlagen im Seed

CLAUDE.md beschreibt pnpm db:seed als „Testdaten inkl. Vorlagen", TASKS.md ordnet die vier Startvorlagen aber Phase 3 zu. Der Seed legt vorerst nur an, was die Anwendung zum Laufen braucht: die sechs Freigabestufen, die Änderungsrichtlinie und den Aktenzeichen-Zähler. Die Vorlagen kommen mit dem Vorlagen-Editor in Phase 3.