Das Formular der Personalabteilung ist übernommen, nicht durch eine Bildschirmansicht ersetzt: schwarzer Rahmen, Kopf mit Kennung und Klassifizierungsbalken, Raster aus fünf Spalten, Unterschriftenzeilen, Fußzeile. Es steht bewusst außerhalb des Design-Systems — es wird gedruckt und muss auf Papier aussehen wie das Blatt daneben. Datengetrieben bleibt es trotzdem. Kein Feld steht im Programm: sheetTitle und sheetSubtitle an der Vorlage, span für die Zellbreite, rows für das Lichtbild, dateKey für das Datum unter einer Unterschrift, slot für den Klassifizierungsbalken. Eine weitere Dokumentart mit layout = DOSSIER braucht keine Zeile Code. Der Balken zeigt die Foundation-Stufe aus der neuen Tabelle FoundationClearance. Sie ist Inhalt, kein Zugriff — was jemand sehen darf, entscheidet weiterhin allein die interne Stufe. Ohne Auswahl bleibt der Balken neutral, statt eine Einstufung zu behaupten. Die Dienstnummer ist entfallen, es gibt sie nicht. Der Status ist zu mehreren Etiketten geworden: "Gekündigt" und "Verhaftet" schließen einander nicht aus. Unbekannte Schlüssel werden verworfen und die Reihenfolge kommt aus der Konfiguration, nicht aus der Eingabe. PersonnelAssignment hängt AfiS-Mitglieder an eine Person — Aktenführung, Ermittler, Ansprechpartner — und ist zugleich der ausnahmsweise Zugang, wie CaseParticipant bei der Fallakte. Betroffen zu sein gibt weiterhin keinen Zugang: das ist eine Eigenschaft der Person, die Zuordnung eine Entscheidung der Abteilung. Fall und Person lassen sich von beiden Seiten verknüpfen und schon beim Anlegen einer Fallakte. Alle drei Wege laufen in addParticipant zusammen. Noch offen: das Lichtbild. Feldtyp und Platz stehen, hochladen kommt mit der Prüfkette in Phase 5 — ein Bild als Data-URL im Abschnittswert verstiesse gegen harte Regel 4. 102 Tests im Web-Paket, davon sechs auf dem gerenderten Blatt selbst. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
10 KiB
Akten, Vorlagen und Versionierung
Die vier Ebenen einer Akte
| Ebene | Änderbar | Versioniert | Zweck |
|---|---|---|---|
| Kopfdaten | ja | nein, aber im Audit-Log | Status, Klassifizierung, Frist, Beteiligte |
| Abschnitte | ja | ja, pro Feld | Aktueller Sachstand |
| Verlauf | ja, mit Version und Grabstein | ja, pro Eintrag | Wie es dazu kam |
| Chat | Bearbeiten mit Vermerk | nein | Informelle Absprache, kein Aktenbestandteil |
Die Trennung zwischen Abschnitt und Verlauf ist nicht verhandelbar. Ein Abschnitt beantwortet „was wissen wir jetzt", der Verlauf „wie sind wir dahin gekommen".
Der Verlauf ist nachträglich änderbar, aber jede Änderung ist sichtbar und nachvollziehbar. Siehe „Nachträgliche Änderungen" weiter unten.
Vorlagen
type TemplateField = {
key: string // stabil, nie ändern
label: string
type: 'longtext' | 'shorttext' | 'select' | 'multiselect'
| 'date' | 'person' | 'number' | 'checklist' | 'table'
options?: string[] // für select/multiselect
required?: boolean
requiredToClose?: boolean // blockiert den Abschluss des Falls
minClearance?: number // Feld erst ab dieser Stufe sichtbar
help?: string
}
Vorlagen sind versioniert. Eine Akte merkt sich templateId und templateKey. Änderungen an
einer Vorlage erzeugen eine neue Version und lassen bestehende Akten unberührt. Im
Vorlagen-Editor gibt es dafür eine Vorschau „So sieht eine neue Akte damit aus".
Startvorlagen im Seed: Korruptionsverdacht, Dienstvergehen, Sicherheitsvorfall, Routineprüfung.
Feldebene-Klassifizierung
minClearance pro Feld ist das, was das Stufensystem lebendig macht. Für Nutzer unterhalb der
Stufe wird der Wert serverseitig durch
{ redacted: true, requiredLevel: 4 }
ersetzt. Die Oberfläche zeigt einen Schwärzungsbalken mit „Geschwärzt, ab Stufe 4 sichtbar". Der echte Wert verlässt den Server nicht.
Schwärzung im Freitext
Im Editor markiert man einen Bereich und wählt eine Stufe. Gespeichert wird als Auszeichnung:
Der Hinweis kam von [[c4]]Wachmann Perreira, Sektor B[[/c4]] am 27.08.
Der Server ersetzt den Inhalt beim Rendern für niedrigere Stufen durch einen Balken gleicher
Länge (nicht gleicher Text, sonst lässt sich die Länge auswerten: immer auf ein festes Raster
runden). Der Parser gehört in lib/redaction.ts und wird sowohl für die Ansicht als auch für
den PDF-Export benutzt.
Versionierung der Abschnitte
Jede Änderung schreibt CaseSectionVersion und erhöht currentVersion. Die UI zeigt
v4 · Vogel neben der Überschrift, Klick öffnet einen Diff (Zeilen- oder Wortdiff, diff-Paket).
Beim Speichern schickt der Client die Version mit, die er geladen hat. Weicht sie ab, kommt 409 zurück und die UI zeigt beide Fassungen nebeneinander mit „Meine übernehmen" oder „Fremde übernehmen". Kein stilles Überschreiben.
Verlauf
Statusänderungen und Klassifizierungsänderungen erzeugen automatisch einen SYSTEM-Eintrag.
SYSTEM-Einträge sind von jeder Änderung ausgenommen.
Neben der nachträglichen Änderung bleibt der Korrektureintrag bestehen: ein neuer Eintrag mit
type = CORRECTION und correctsId. Das ist der richtige Weg, wenn sich der Sachverhalt
geändert hat. Nachträgliches Ändern ist der richtige Weg, wenn sich die Darstellung
geändert hat, also Tippfehler, vergessener Zusatz, falsche Uhrzeit im eigenen Vermerk.
Nachträgliche Änderungen
Verlaufseinträge dürfen geändert und zurückgezogen werden. Ein hartes Löschen gibt es nicht, weder über die Oberfläche noch über eine Server Action.
Änderungsrichtlinie
Global einstellbar im Adminbereich, AppSetting.entryEditPolicy:
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
APPEND_ONLY |
Keine Änderung möglich, nur Korrektureinträge |
GRACE_WINDOW |
Eigene Einträge innerhalb von N Minuten frei änderbar, danach nur mit Recht (Auslieferungszustand, N = 15) |
OPEN |
Jederzeit änderbar, sofern das Recht vorliegt |
Zusätzlich: entryEditGraceMinutes (Standard 15) und entryEditMarkGrace (Standard false).
Steht letzteres auf false, bekommt eine Änderung innerhalb der Karenzzeit keine sichtbare
Markierung, wird aber trotzdem versioniert und protokolliert. Ein Tippfehler, der zwei
Minuten nach dem Absenden korrigiert wird, soll die Akte nicht mit „bearbeitet"-Marken
zupflastern. Alles danach ist sichtbar markiert.
Was geändert werden darf
| Feld | Änderbar |
|---|---|
body |
ja |
minClearance |
ja, mit Recht case.edit |
type |
nein |
authorId |
nie |
createdAt |
nie |
caseId |
nein, ein Eintrag wandert nicht in eine andere Akte |
Autor und Entstehungszeit sind unantastbar. Wer das umgehen will, muss den Eintrag zurückziehen und einen neuen schreiben, und genau das ist dann auch sichtbar.
Versionierung
Jede Änderung schreibt den vorherigen Stand nach CaseEntryVersion und erhöht
CaseEntry.version. Die Versionstabelle ist strikt anhängend und wird auch von Admins nicht
gelöscht.
Die UI zeigt am Eintrag bearbeitet · v3. Ein Klick öffnet die Historie mit Wortdiff,
Zeitpunkt und bearbeitender Person. Diese Historie sieht jeder, der den Eintrag sehen darf,
nicht nur die Leitung. Das ist der ganze Sinn der Sache: In einer Abteilung, die Korruption
aufdeckt, muss nachprüfbar sein, dass niemand still etwas umgeschrieben hat.
Ab der zweiten Änderung oder bei Änderung eines fremden Eintrags ist eine Begründung
Pflicht (changeReason, mindestens 10 Zeichen). Sie steht in der Historie.
Zurückziehen statt Löschen
retractedAt, retractedById und retractionReason (Pflicht) werden gesetzt. Der Eintrag
bleibt an seiner Stelle im Verlauf stehen und zeigt:
Eintrag zurückgezogen am 31.08.2026 durch Ltr. Reinhardt · Begründung: Falscher Fall
Der ursprüngliche Text bleibt in der Datenbank und ist für Nutzer mit audit.read weiterhin
lesbar, für alle anderen nicht. Zurückziehen lässt sich rückgängig machen (entry.retract),
was wiederum protokolliert wird.
Umklassifizierung wirkt rückwirkend
Wird minClearance eines Eintrags erhöht, erben alle bestehenden Versionen den neuen Wert.
Sonst liest jemand mit niedrigerer Stufe den ursprünglichen Text einfach in der Historie.
Das ist die Stelle, an der eine naive Umsetzung leckt.
Gesperrte Zustände
CLOSED: Änderungen nur mitcase.edit_closed, erzeugen zusätzlich einenSYSTEM-Eintrag „Nachträgliche Änderung nach Abschluss"ARCHIVEDundSEALED: keine Änderungen, auch nicht für Admins
Protokollierung
Jede Änderung schreibt einen AuditLog-Eintrag mit Aktion entry.edit, entry.retract oder
entry.restore, der Eintrags-ID, der neuen Versionsnummer, der Begründung und einem
kompakten Diff in meta. Der Audit-Log wird nie gelöscht und ist die zweite, unabhängige
Spur neben der Versionstabelle.
Änderungsübersicht je Akte
Eigener Reiter an der Akte: alle nachträglichen Änderungen an Abschnitten und Verlauf, chronologisch, mit Person, Zeitpunkt, Begründung und Diff. Für den Leiter ist das die Ansicht, mit der er im Zweifel prüft, ob an einer Akte nachträglich gedreht wurde. Sichtbar für alle, die die Akte lesen dürfen.
Folgen für andere Teile
- Export:
updatedAtändert sich, der PDF-Cache verfällt automatisch. Auf dem Deckblatt steht einStand:-Zeitstempel, damit eine ältere ausgedruckte Fassung erkennbar ist. - Suche: Der Trigger auf
search_vectormuss auch beiUPDATEaufCaseEntryfeuern. - Ungelesen: Eine Änderung setzt die Akte für andere wieder auf ungelesen und löst dieselbe Benachrichtigung aus wie ein neuer Eintrag, mit dem Zusatz „geändert".
- Echtzeit: Ereignis
entry.updatedüber SSE, Clients tauschen den Eintrag anhand der ID.
Lebenszyklus
DRAFT ──► OPEN ──► REVIEW ──► CLOSED ──► ARCHIVED
│ ▲ │
▼ │ └──► OPEN (Rückgabe zur Nachbesserung)
DORMANT
SEALED: aus jedem Zustand erreichbar, nur mit Recht 'admin' oder Stufe 5 lesbar
Regeln:
OPEN → REVIEWbrauchtcase.editREVIEW → CLOSEDbrauchtcase.closeund allerequiredToClose-Felder gefülltCLOSED → OPENbrauchtcase.reopenund erzeugt einen Pflicht-Vermerk mit BegründungARCHIVEDist schreibgeschützt, nur noch lesbar
Rückverweise
Auf einer Personalakte stehen automatisch die Fälle, in denen die Person vorkommt, getrennt nach Rolle. Diese Liste läuft durch dieselbe Sichtbarkeitsprüfung wie die Fallliste. Ein Nutzer, der einen Fall nicht sehen darf, sieht ihn hier auch nicht und die Zählung enthält ihn nicht. Das ist der häufigste Ort, an dem ein Aktensystem Informationen leaken lässt.
Auch die Rollengruppe verschwindet mit. Stünde „Betroffener" als Überschrift ohne Eintrag
darunter, wäre die Ermittlung gegen die Person verraten, ohne dass ein Aktenzeichen sichtbar
wird. Der Negativtest dazu steht in web/tests/personalakte.test.ts.
Was in einer Akte steht
Jede Akte ist ein Behälter, der Inhalt sind Beiträge. Eine Fallakte hat vier Ebenen:
| Ebene | Was | Modell |
|---|---|---|
| Kopfdaten | Aktenzeichen, Titel, Status, Freigabestufe, Wiedervorlage | Case |
| Abschnitte | aktueller Sachstand aus der Vorlage der Fallart | CaseSection |
| Verlauf | Kurzvermerke, chronologisch | CaseEntry |
| Dokumente | aus einer Vorlage erzeugt, versioniert, einzeln exportierbar | Document |
Eine Personalakte hat Kopfdaten, Zuständige, Dokumente und Rückverweise, aber keine Abschnitte
und keinen eigenen Verlauf: was über eine Person aktenkundig ist, steht in Dokumenten an ihr
oder in den Fällen, in denen sie vorkommt. Ein kurzer Vermerk an einer Person ist ein Dokument
aus der Vorlage vermerk — dieselbe Versionierung, dieselbe Feldstufe, dasselbe Protokoll wie
bei allem anderen. Siehe docs/13-entscheidungen.md.
Das erste Dokument entsteht mit der Akte: die Vorlage personalakte ist das Aktenblatt der
Abteilung, übernommen aus dem Formular, das sie bislang von Hand ausgefüllt hat. Es hat
layout = DOSSIER und wird gedruckt, nicht nur gelesen. Was darauf steht und in welcher Zelle,
bestimmt allein die Vorlage.
Ein Dokument hat drei Zustände: DRAFT in Arbeit, FINAL ausgefertigt, RETRACTED
zurückgezogen. Es gibt kein Löschen. Ein zurückgezogenes Dokument bleibt als Grabstein
stehen, mit Datum, Person und Begründung, und ist auch für den Administrator
schreibgeschützt — sonst liesse sich ein zurückgezogenes Dokument nachträglich zu etwas
anderem machen.