Upload → quarantine/ → Typprüfung → ClamAV → Neukodierung → store/. Es gibt keinen Pfad, auf dem eine Datei ungeprüft in store/ landet, und keinen Schalter, der die Kette abschaltet. Die Typprüfung liest Magic Bytes aus einer eigenen Signaturtabelle statt aus file-type: bei einer Positivliste aus fünf Formaten hilft es nicht, hundert erkennen zu können. Die Signatur muss an Position 0 stehen — ein Vorspann vor %PDF- ist der klassische Weg, eine Datei für zwei Programme zugleich lesbar zu machen. Wer trotzdem durchkommt, kommt als text/plain durch und wird unter der Endung des erkannten Typs ausgeliefert, nicht unter der hochgeladenen. Drei Ausgänge statt zwei: BLOCKED heisst "ist gefährlich", FAILED heisst "wissen wir nicht". Nur FAILED lässt sich freigeben, und die Freigabe wiederholt die Kette ohne den Scanner — Typprüfung und Neukodierung laufen dabei mit. Ein fehlender clamd macht damit keine Datei sauber; ein Test hält das fest. Auslieferung nur über /api/files/[id], mit Sichtbarkeitsprüfung der zugehörigen Akte, Protokoll ab Stufe 3 und den harten Kopfzeilen aus docs/07. Vorschaubilder dürfen inline, weil sie serverseitig als WebP neu kodiert wurden. Das Lichtbild im Aktenblatt ist damit gefüllt: der Feldwert ist die Kennung eines geprüften Anhangs, serverseitig zu einer Adresse aufgelöst. /api/events liefert attachment.scanned über pg_notify — die Grundlage, auf der Phase 6 den Aktenchat aufsetzt. Die Sichtbarkeit wird je Ereignis geprüft, sonst verriete schon die Kennung die Existenz. Nebenbei riss das Bündelbudget (121 kB gegen 120 erlaubte): lib/i18n/de.ts war ein Objekt, und eine Client-Komponente zieht die ganze Datei mit. Die Texte stehen jetzt in sechs Dateien nach Bereichen, de.ts setzt sie nur zusammen. Grösste Route wieder bei 118 kB, und sie wächst nicht mehr mit jedem neuen Bereich mit. 133 Tests im Web-Paket, 15 in der Datenbank, 28 e2e. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
4.1 KiB
Dateien und Sicherheit
Bedrohungsmodell, ehrlich
Geschlossene Gruppe, alle kennen sich. Das realistische Risiko ist nicht die geschmuggelte Ransomware, sondern eine hochgeladene SVG- oder HTML-Datei, die im Browser eines Kollegen Skriptcode ausführt und dessen Session übernimmt. Deshalb die Maßnahmen nach Wirkung sortiert und nicht nach Auffälligkeit.
Prüfkette
Upload → quarantine/<uuid> → Typprüfung → ClamAV → Neu kodieren → store/<uuid>
│ │
└─────────────┴──► ScanStatus = BLOCKED
1. Annahme
- Ziel ist
quarantine/, Dateiname wird durch die Attachment-UUID ersetzt - Originalname nur in der Datenbank, beim Ausliefern wieder gesetzt
- Limits: 25 MB pro Datei, 500 MB Kontingent pro Nutzer, 20 Uploads pro Minute
- Der Datensatz wird sofort mit
scanStatus = PENDINGangelegt, damit die UI ihn zeigen kann
2. Typprüfung, Whitelist über Magic Bytes
Erlaubt: image/png, image/jpeg, image/webp, application/pdf, text/plain.
Geprüft wird anhand des Inhalts, nie anhand der Endung. Stimmt der erkannte Typ nicht mit dem gemeldeten überein, ist die Datei blockiert.
Gebaut mit einer eigenen Signaturtabelle statt mit file-type, begründet in
docs/13-entscheidungen.md. Die Signatur muss an Position 0 stehen; ein Vorspann davor wird
nicht akzeptiert. Ausgeliefert wird unter der Endung des erkannten Typs, nicht unter der
des hochgeladenen Namens.
Ausdrücklich verboten, auch wenn es bequem wäre: SVG (führt Skripte aus), HTML, ZIP und andere Archive, Office-Dokumente mit Makros, alles Ausführbare.
3. ClamAV
Eigener Container clamav/clamav:stable, angebunden über den clamd-Unix-Socket. Übergeben wird
per INSTREAM, nicht als Pfad: dann muss der Scanner die Datei nicht sehen können.
freshclam läuft im Container. Timeout 30 Sekunden, bei Timeout FAILED und manuelle
Freigabe durch einen Admin möglich.
BLOCKED und FAILED sind nicht dasselbe: das eine heisst „ist gefährlich", das andere
„wissen wir nicht". Nur FAILED lässt sich freigeben, und die Freigabe wiederholt die Kette
ohne den Scanner — Typprüfung und Neukodierung laufen dabei mit.
4. Neu kodieren
- Bilder: einmal durch
sharp(.rotate().toFormat(...)). Entfernt EXIF, zerstört angehängte Nutzlast, erzeugt gleich das Vorschaubild (max. 480 px) und einen Blurhash für das Platzhalterbild. - PDF:
qpdf --decrypt --remove-page-labelsund Entfernen eingebetteter Dateien und JavaScript. Erste Seite wird als Vorschaubild gerendert. - Text: Zeichensatz nach UTF-8 normalisieren, Größe prüfen.
5. Freigabe
SHA-256 berechnen, in store/ verschieben, scanStatus = CLEAN, SSE-Ereignis
attachment.scanned an alle offenen Ansichten der Akte.
Gleicher Hash bereits vorhanden: nur einen Verweis anlegen statt erneut zu speichern.
Auslieferung
Alles über GET /api/files/[id], niemals als statische Datei.
Content-Disposition: attachment; filename="protokoll_karlsen.pdf"
X-Content-Type-Options: nosniff
Cache-Control: private, max-age=31536000, immutable
Content-Security-Policy: default-src 'none'; sandbox
Der Endpunkt prüft vorher die Sichtbarkeit der zugehörigen Akte und protokolliert den Zugriff
ab Stufe 3. Vorschaubilder laufen über denselben Endpunkt mit ?variant=thumb und dürfen
inline ausgeliefert werden, weil sie serverseitig neu kodiert wurden.
Wenn möglich: eigene Subdomain files.afis.example.de ohne Session-Cookie, mit signierter,
kurzlebiger URL. Dann kann selbst eine durchgerutschte Datei keine Session stehlen.
Weitere Härtung
- Strikte CSP auf der App:
script-src 'self', keinunsafe-inline(Next.js Nonce nutzen) - Rate Limits auf Login, Upload, Suche und Export
- Alle Server Actions prüfen die Berechtigung erneut, egal was das UI vorher versteckt hat
- Kein
dangerouslySetInnerHTMLfür Nutzerinhalte. Markdown überremarkmitrehype-sanitize, feste Allowlist. - Datenbank-Nutzer der App ohne
SUPERUSER, Migrationen über einen zweiten Nutzer