Vier der acht Änderungswünsche. **Knöpfe.** Rund vierzig der siebzig Knöpfe waren blosser Text in Akzentfarbe, von einem Link nicht zu unterscheiden. Jeder trägt jetzt Rahmen und Grundfläche, über die Klasse .btn an einer Stelle definiert statt siebzigmal als Klassenkette. Beim Drücken zieht der Knopf sich zusammen und bekommt einen inneren Ring — er wirkt kurz dicker, ohne dass die Rahmenbreite sich ändert und das Umfeld springt; die Rückmeldung setzt ohne Verzögerung ein und klingt langsam ab, sonst bliebe ein kurzer Klick unsichtbar. Dazu die neue Regel: Flächen bleiben eckig, alles Bedienbare ist rund. Damit ist die Rundung eine Auskunft und keine Verzierung. **Verwaltung.** Rollen, Vorlagen und Änderungsrichtlinie waren drei Einträge in der Kopfzeile für etwas, das man selten und dann zusammenhängend braucht. Jetzt ein Eintrag /admin mit Reiterleiste, dazu eine gemeinsame Tabs-Komponente, die auch der Fallakte zeigt, welcher Reiter offen ist. **Kanäle.** Ersatzlos entfernt, mitsamt Tabelle. Der Chat gehört dorthin, wo der Vorgang steht; ein eigener Reiter mit freien Räumen war der Rückweg nach Discord. Die Personalakte hat jetzt denselben Chat wie die Fallakte — ohne „als Vermerk übernehmen", denn dafür braucht es einen Verlauf, und Meldungen gehen nur an Erwähnte, nie in den allgemeinen Kanal: dass es zu jemandem eine Personalakte gibt, ist selbst eine Auskunft. Ein CHECK erzwingt jetzt, dass eine Nachricht zu genau einem Ort gehört. **Kopfzeile.** Suchbalken statt Suchlink, als gewöhnliches Formular ohne ein Byte im Bündel. Thema, Benachrichtigungen und Abmelden sitzen hinter dem Profilbild, das von Discord kommt; wer keins hat, bekommt seine Initialen. Nebenbei: Aktenzeichen in Tests waren nur auf vier Stellen eindeutig und kollidierten zwischen Läufen, weil Akten nicht löschbar sind. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
6.1 KiB
Design-System
Gestaltungsidee
Der Bezugspunkt ist nicht „Dashboard" und nicht „Hacker-Terminal", sondern eine Registratur im Nachtdienst: lackierter Stahl, Aktenpapier, Stempelfarbe. Ruhige, kühle Flächen, in denen die einzige Farbe von der Klassifizierung kommt.
Das ist eine bewusste Absage an drei naheliegende Richtungen:
- Schwarz mit giftgrünem Akzent. Wirkt nach Filmrequisite, ermüdet beim Lesen langer Texte.
- Warmes Cremeweiß mit Serifen-Überschriften. Zu behaglich für eine Ermittlungsbehörde.
- Der übliche Karten-Baukasten mit gleichen Radien und weichen Schatten. Eine Akte ist kein Produktkatalog, und identische Kacheln nehmen der Hierarchie jede Aussage.
Farben
Dunkel ist der Auslieferungszustand, ein helles Thema ist verpflichtend mitzuliefern.
--ink-900: #15181A; /* Grundfläche, kühles Anthrazit, leicht grünstichig */
--ink-800: #1D2124; /* Panel */
--ink-700: #262B2F; /* erhöhte Fläche, Eingabefelder */
--ink-500: #3A4147; /* Linien und Rahmen */
--paper: #E4E7E4; /* Primärtext, papierfarbenes Off-White */
--paper-dim:#939C99; /* Sekundärtext */
--steel: #7A97A6; /* interaktiv: Links, Fokus, aktive Zustände */
Klassifizierungsfarben sind das einzige Buntsystem und werden nirgends sonst benutzt:
| Stufe | Token | Hex | Anmutung |
|---|---|---|---|
| 0 Offen | --stamp-0 |
#8A918D |
Grau |
| 1 Intern | --stamp-1 |
#6D8A9C |
Stahlblau |
| 2 Vertraulich | --stamp-2 |
#4E8F72 |
Grünspan |
| 3 Geheim | --stamp-3 |
#B08637 |
Messing |
| 4 Streng geheim | --stamp-4 |
#B4543C |
Oxidrot |
| 5 Leitungssache | --stamp-5 |
#7E5E96 |
Tiefviolett |
Status (offen, ruhend, abgeschlossen) wird nicht über Farbe transportiert, sondern über Position und Beschriftung. Sonst konkurrieren zwei Farbsysteme um dieselbe Aufmerksamkeit.
Typografie
IBM Plex, selbst gehostet, als woff2 untergesetzt. Die Wahl ist inhaltlich begründet: Plex
wurde als Hausschrift einer Institution entworfen, hat einen schmalen Schnitt für
Tabellenköpfe und eine passende Mono für Kennzeichen. Drei Rollen aus einer Familie halten das
Bild geschlossen, ohne beliebig zu wirken.
| Rolle | Schnitt | Einsatz |
|---|---|---|
| Fließtext | Plex Sans 400 / 500 | Abschnitte, Vermerke, Chat |
| Struktur | Plex Sans Condensed 500 | Spaltenköpfe, Stempel, Reiter |
| Daten | Plex Mono 400 | Aktenzeichen, Zeitstempel, Hashes, Dienstnummern |
Skala: 12 / 13 / 15 / 18 / 24 px. Zeilenhöhe 1,6 im Fließtext. Zeilenlänge höchstens
72 Zeichen, bei breiten Fenstern durch max-width begrenzt statt die Spalte zu dehnen.
Kein Versalsatz für Beschriftungen. Der Stempelcharakter kommt aus dem schmalen Schnitt, der Rahmenlinie und der Farbe, nicht aus Großbuchstaben. Auch keine hervorgehobenen Einzelwörter in Überschriften.
Struktur
- Flächen bleiben eckig, Bedienelemente sind rund. Eine Akte ist ein Blatt und hat
scharfe Kanten: Eckenradius 2 px für Panels, Tabellen, Listen. Was man drücken oder
ausfüllen kann, ist rund — Knöpfe, Suchbalken, Marken und Profilbilder voll (
--radius-control, 999 px), Eingabefelder weich (--radius-field, 10 px). Daran erkennt man ein Bedienelement, bevor man es berührt. - Rahmen 1 px in
--ink-500. Keine Schatten außer dem Fokusring und dem inneren Ring, den ein gedrückter Knopf zeigt. - Trennung durch Linien und Weißraum, nicht durch gestapelte Karten.
- Die Klassifizierung erscheint als 3 px breite Kante links am Objekt plus einer Stempelmarke oben rechts. Beides in derselben Stufenfarbe.
- Der Verlauf hat eine durchgehende senkrechte Linie als Zeitachse. Der Chat hat keine, sondern nur eine Trennlinie zum Hauptbereich. Der Unterschied muss ohne Beschriftung erkennbar sein.
Der eine mutige Moment
Die Schwärzung. Ein massiver Balken in --ink-900 mit feiner Rahmenlinie, der beim ersten
Erscheinen einmal von links nach rechts durchwischt (150 ms, prefers-reduced-motion
respektiert). Daneben in Mono die Stufe, ab der gelesen werden darf. Sonst bewegt sich in der
Oberfläche nichts von selbst.
Alle übrige Bewegung ist Antwort auf eine Handlung: Aufklappen, Bestätigen, Einfügen. Keine Einblend-Animationen beim Scrollen, keine Hover-Effekte auf jeder Fläche.
Knöpfe
Jeder Knopf trägt Rahmen und eigene Grundfläche, auch der unscheinbarste. Ein Text, der sich
erst beim Überfahren als Knopf entpuppt, wird nicht gefunden. Die Klasse dafür ist .btn,
mit .btn-primary für den einen Knopf, der die Sache erledigt, und .btn-sm für dichte
Zeilen. Kein eigenes Knopf-Aussehen je Seite.
Drei Zustände, die man sehen muss:
| Zustand | Was passiert |
|---|---|
| Überfahren | Fläche eine Stufe heller, Rahmen und Schrift in --steel |
| Gedrückt | Knopf zieht sich leicht zusammen und bekommt einen inneren Ring — er wirkt kurz dicker, ohne dass die Rahmenbreite sich ändert und das Umfeld springt |
| Läuft | aria-busy, gestrichelter Rahmen, nimmt keine zweite Eingabe an |
Die Druckrückmeldung setzt ohne Verzögerung ein und klingt langsam ab. Andersherum bliebe ein kurzer Klick unsichtbar, und genau darum geht es: der Nutzer soll wissen, dass er diesen Knopf wirklich getroffen hat.
Eine Rückfrage vor dem Ausführen ist damit nicht gemeint und steht nur dort, wo sie ohnehin schon steht.
Schreibweise in der Oberfläche
- Aktive Verben, die sagen, was passiert: „Vermerk speichern", nicht „Absenden"
- Dieselbe Bezeichnung durch den ganzen Ablauf: Knopf „Fall schließen" → Meldung „Fall geschlossen"
- Fehler nennen Ursache und nächsten Schritt, ohne Entschuldigung: „Nicht gespeichert, die Akte wurde zwischenzeitlich geändert. Fassungen vergleichen."
- Leere Zustände sind eine Aufforderung: „Noch kein Vermerk. Ersten Vermerk anlegen." Nicht „Keine Daten vorhanden."
- Keine Ausrufezeichen, kein „bitte", kein „erfolgreich"
Barrierefreiheit als Untergrenze
Sichtbarer Fokusring in --steel, Kontrast mindestens 4,5:1 im Fließtext, vollständige
Tastaturbedienung inklusive Kommandopalette, prefers-reduced-motion respektiert, alle
Zustandsangaben zusätzlich als Text und nicht nur als Farbe.