Bisher gab es ueberhaupt keinen Weg, einen Anhang wieder loszuwerden. Wer
die falsche Datei hochlud, musste damit leben. Das ist keine Strenge,
sondern eine Luecke: die Regel des Hauses lautet nicht "nichts geht wieder
weg", sondern "nichts geht unbemerkt weg".
Also derselbe Weg wie beim Verlaufseintrag und beim Dokument. Zurueckziehen
mit Pflichtbegruendung, der Anhang bleibt als Grabstein an seiner Stelle
stehen - durchgestrichen, mit Zeitpunkt und Grund, fuer jeden sichtbar, der
ihn sehen darf. Aufheben laesst es sich, beides steht im Protokoll.
Aus dem Umlauf heisst wirklich aus dem Umlauf: die Auslieferung verweigert
die Datei, sie verschwindet aus Lichtbildfeldern, und das Vorschaubild
faellt weg. Ein Grabstein, unter dem der Download weiterlaeuft, waere eine
Beschriftung und keine Ruecknahme. Fuer `audit.read` bleibt sie abrufbar -
wie der Text eines zurueckgezogenen Eintrags, sonst waere es doch ein
Loeschen.
Im Ausdruck steht der Anhang weiter im Verzeichnis, mit dem Grund daneben.
Ihn dort wegzulassen hiesse, den Ausdruck sauberer zu machen als die Akte.
Die Datei auf der Platte bleibt liegen. Sie zu entfernen waere das
Loeschen, das hier gerade nicht stattfindet - und ein Anhang, dessen
Pruefsumme nicht mehr nachrechenbar ist, waere als Beweismittel wertlos.
Dazu eine Regel in der Datenbank, die DELETE auf Attachment verbietet, und
eine Bedingung, die einen Grabstein ohne Begruendung ausschliesst.
Zuruecknehmen darf, wer die Datei hochgeladen hat - der haeufige Fall, und
ohne das bliebe jeder Fehlgriff liegen, weil dafuer die Leitung zu rufen
waere - sowie jeder, der am Besitzer schreiben darf.
Die restlichen zwei Änderungswünsche.
**Protokoll.** „Wer was wo macht" stand seit dem ersten Tag in AuditLog -
harte Regel 3 sorgt dafür. Was fehlte, war die Ansicht darauf. /admin/protokoll
ist genau das und keine zweite Aufzeichnung: filterbar nach Person, Aktion,
Art und Zeitraum, rückwärts blätternd.
Nur für die Leitung. Eine Zeile nennt Aktenzeichen und Namen, und schon die
Existenz einer Zeile verrät, dass es einen Vorgang gibt; ein gefiltertes
Protokoll für alle wäre ein Weg, die Sichtbarkeitsregeln von hinten
aufzurollen. Aus demselben Grund werden Kennungen ohne Sichtbarkeitsfilter zu
Aktenzeichen aufgelöst - ein Protokoll aus UUIDs liest niemand, und eines, das
niemand liest, ist keine Kontrolle.
**Speichern.** Jedes Feld trug seinen eigenen Knopf: ein Arbeitsvertrag mit
zwölf Feldern hiess zwölfmal speichern. Der Knopf steht jetzt am Blatt.
Geschrieben wird trotzdem je Feld und nicht als Transaktion, und das folgt aus
dem Datenmodell: Abschnitte sind einzeln versioniert, weil mehrere Leute
gleichzeitig an einer Akte arbeiten. Als Transaktion blockierte ein einziges
zwischenzeitlich geändertes Feld das ganze Blatt - elf gute Änderungen verloren,
weil jemand das zwölfte angefasst hat. So geht durch, was durchgeht, und die
Rückmeldung sagt, was offen blieb und wo. Lichtbilder bleiben ausgenommen: ein
Upload mit Prüfkette ist keine Feldänderung.
lib/audit.ts liegt jetzt als lib/audit/write.ts neben lib/audit/query.ts.
Upload → quarantine/ → Typprüfung → ClamAV → Neukodierung → store/. Es gibt
keinen Pfad, auf dem eine Datei ungeprüft in store/ landet, und keinen
Schalter, der die Kette abschaltet.
Die Typprüfung liest Magic Bytes aus einer eigenen Signaturtabelle statt aus
file-type: bei einer Positivliste aus fünf Formaten hilft es nicht, hundert
erkennen zu können. Die Signatur muss an Position 0 stehen - ein Vorspann vor
%PDF- ist der klassische Weg, eine Datei für zwei Programme zugleich lesbar zu
machen. Wer trotzdem durchkommt, kommt als text/plain durch und wird unter der
Endung des erkannten Typs ausgeliefert, nicht unter der hochgeladenen.
Drei Ausgänge statt zwei: BLOCKED heisst "ist gefährlich", FAILED heisst
"wissen wir nicht". Nur FAILED lässt sich freigeben, und die Freigabe
wiederholt die Kette ohne den Scanner - Typprüfung und Neukodierung laufen
dabei mit. Ein fehlender clamd macht damit keine Datei sauber; ein Test hält
das fest.
Auslieferung nur über /api/files/[id], mit Sichtbarkeitsprüfung der
zugehörigen Akte, Protokoll ab Stufe 3 und den harten Kopfzeilen aus docs/07.
Vorschaubilder dürfen inline, weil sie serverseitig als WebP neu kodiert
wurden.
Das Lichtbild im Aktenblatt ist damit gefüllt: der Feldwert ist die Kennung
eines geprüften Anhangs, serverseitig zu einer Adresse aufgelöst.
/api/events liefert attachment.scanned über pg_notify - die Grundlage, auf der
Phase 6 den Aktenchat aufsetzt. Die Sichtbarkeit wird je Ereignis geprüft,
sonst verriete schon die Kennung die Existenz.
Nebenbei riss das Bündelbudget (121 kB gegen 120 erlaubte): lib/i18n/de.ts war
ein Objekt, und eine Client-Komponente zieht die ganze Datei mit. Die Texte
stehen jetzt in sechs Dateien nach Bereichen, de.ts setzt sie nur zusammen.
Grösste Route wieder bei 118 kB, und sie wächst nicht mehr mit jedem neuen
Bereich mit.
133 Tests im Web-Paket, 15 in der Datenbank, 28 e2e.